Recht als Kitt einer auseinanderstrebenden Gesellschaft ?!

Der Richterratschlag 2010 findet vom 29. - 31. Oktober 2010 in Kiel in der Sparkassenakademie, Faluner Weg 2, 24109 Kiel statt

Der Richterratschlag ist eine jährliche Veranstaltung, die Richterinnen und Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten Gelegenheit gibt, die tatsächlichen Grundlagen ihrer Arbeit und ihr professionelles Selbstverständnis im demokratischen und sozialen Rechtsstaat kritisch zu überdenken. Um dabei möglichst für alle offen zu sein, verzichtet der Richterratschlag bewusst auf eine feste Organisationsstruktur.

Ein ausführlicher Artikel zur Geschichte anlässlich des 20ten Jahrestags kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Wieder einmal wird der Richterratschlag in Schleswig-Holstein vorbereitet und ausgerichtet. Er wird sich mit den Herausforderungen befassen, die sich aufgrund zunehmender Spaltungen in der Gesellschaft in unterschiedlichen Bereichen für unseren richterlichen bzw. staatsanwaltlichen Berufsalltag ergeben.
Ein wesentlicher Anstoß für das diesjährige Programm ist aus der aktuellen Sozialstaatsdebatte erwachsen. Welche Entwicklung nimmt der Sozialstaat in Zeiten der Finanzkrise? Darüber möchten wir uns zunächst einmal in tatsächlicher Hinsicht informieren. Welche Spielräume bietet unser rechtliches Instrumentarium, um ein Auseinanderdriften gesellschaftlicher Gruppen aufzufangen oder abzumildern? Nimmt der Staat seine Verantwortung zur Schaffung von Sicherheit angesichts existenzieller Unsicherheiten etwa im Arbeitsleben in ausreichendem Maße wahr? Sind wir als Richter angesichts des zunehmenden Erledigungsdrucks, der steigenden Vielschichtigkeit des materiellen Rechts sowie häufiger Rechtsänderungen mit dem Anspruch, auch die soziale Situation und die wirklichen Konflikte der Verfahrensbeteiligten - etwa im Arbeitsgerichtsverfahren - zu erfassen und eine gerechte Lösung zu finden, nicht oft hoffnungslos überfordert? Setzt unser Recht für die Betroffenen Anreize, um aktiv die eigene Situation zu verbessern? Weitere Fragen, die wir - bereichert durch fachkundige Impulsreferate - miteinander diskutieren wollen, ergeben sich ganz konkret aus unserem beruflichen Alltag, etwa: Welche Auswirkungen hat die veränderte familienrechtliche Konzeption des Gesetzgebers insbesondere im Unterhaltsrecht auf strukturell Schwächere? Sind die strafrechtlichen Reaktionen des Staates auf verschiedenartige Deliktsbereiche noch im Ansatz ausgewogen? Spiegelt sich das Gerechtigkeitspostulat bei der Strafverfolgung auch in der Ausstattung von Staatsanwaltschaften und Gerichten insbesondere für die Ermittlung komplexer Wirtschaftsstraftaten wider?

Das vorgesehene Programm (Änderungen vorbehalten) finden Sie hier:

Informationen zu Unterbringung und Anmeldung finden Sie hier:

Kontakt:
Marlies Heimann, Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, 0431 / 604 - 4156
Dr. Susanne Rublack, Verwaltungsgericht Schleswig, 04621 / 86 - 1629